dv16 motiv 450pxDOKVILLE 2016

ZU GAST: PROF. THOMAS SCHADT
25 Jahre Filmakademie

DER STOFF STEHT IM MITTELPUNKT

Zwei Filminstitutionen, zwei Jubiläen, zwei ganz besondere Nachbarn: 2016 werden die Filmakademie Ludwigsburg und das Haus des Dokumentarfilms beide 25 Jahre alt. Der Werdegang beider Häuser hat sich in den 25 Jahren vielfach gekreuzt und ergänzt – unter anderem immer wieder bei Dokville. Im Jahr des gemeinsamen Jubiläums war Prof. Thomas Schadt Gast unseres Branchentreffs. Er stellte an drei Filmbeispielen und in einem unterhaltsamen Vortrag die Arbeit der Akademie vor.

Im Jahr 1991 starteten die beiden Institutionen – die Filmakademie in Ludwigsburg, das Haus des Dokumentarfilms in Stuttgart. Seither haben sich die Wege der beiden Häuser oft gekreuzt und ergänzt – unter anderem immer wieder beim Dokville-Branchentreff. Traditionell lädt die Filmakademie am Abend des ersten Tages auch die Dokville-Gäste zu einem Empfang ein - der diesmal direkt im Scala stattfand

Dort hatte Prof. Thomas Schadt, Leiter der Filmakademie, zuvor Einblicke in die aktuelle Arbeit der Filmschule gegeben. »Der Stoff steht im Mittelpunkt«, erläuterte Schadt gleich zu Beginn - deshalb könnten seine Studierenden ihre Abschlussarbeiten mittlerweile in allen möglichen Formaten abgeben. Zukünftig dann wohl auch mehr und mehr transmediale Projekte.

Auf der Bühne entspann sich schnell ein Zwiegespräch, den Schadt bat seinen Studenten Constantin Hatz neben sich, dessen Film »Fuge« in Ausschnitten gezeigt wurde. Darin geht es um eine zwangsgestörte Studentin und ihre angespannte Beziehung zur Mutter. Es ist kein transmediales, sondern ein klassisch lineares Werk. Wie auch der Diplomfilm »Valentina«, ein eindrücklicher Dokumentarfilm über das Leben eines 10-jährigen Mädchens in einem Roma-Viertel in Mazedonien. Die Bilder in schwarz-weiß, die Geschichte vielschichtig. Vorgestellt wurde auch der Film »I*«. er gibt Einblicke in das Leben von Familien mit intersexuellen Kindern.

Gibt es "den klassischen Dokumentarfim" eigentlich noch? Dazu Thomas Schadt: »Vom Dokumentarfilm können unsere Studierenden auch eine ganze Menge für fiktionale Stoffe lernen.« Immer mehr würden sich deshalb auch für das Dokugenre entscheiden. Und auch Constantin Hatz, der Schadt bei seinem Vortrag assistierte, hat sich mittlerweile eher der Inszenierung zugewendet. Was er nach seinem Diplom machen wolle, wurde er vom »Direktor« gefragt. Am Buch für seinen ersten Spielfilm arbeiten.


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Audio-Mitschnitt (mp3 | 55:26 | 68 Mb)


Prof. Thomas Schadt im Gespräch mit Constantin Hatz über das Studieren an der Filmakademie Baden-Württemberg

© Haus des Dokumentarfilms / Dokville